Literarische Kurse
Fernkurs-Tipps

Hier finden Sie vom Team der Literarischen Kurse zusammengestellte Informationen und Hinweise rund um den aktuellen Fernkurs >>> einLESEN:


Lese-Tipps

Doris Dörrie: Leben, schreiben, atmen. Eine Einladung zum Schreiben.
Zürich: Diogenes 2019.

„Schreiben will gelernt sein“, heißt es oft, wenn man darüber spricht, den Stift in die eigene Hand zu nehmen, in der Intention etwas Großartiges aufs Papier bringen zu wollen. Einen ganz anderen Ansatz vertritt die deutsche Regisseurin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin in ihrem neuen Buch Leben, schreiben, atmen:

Der Schlüssel zum Schreiben ist, nicht nachzudenken, um die Inspiration nicht zu unterbrechen. Probiere es aus: Schreib los. Jetzt!
Dafür drei Regeln:
1. Schreib zehn Minuten ohne Pause. Am besten mit der Hand.
Lass dich treiben.
2. Denk nicht nach. (Wenn man zu viel nachdenkt, hört man prompt auf zu schreiben.)
3. Kontrollier nicht, was du schreibst. Mach Schreibfehler, Grammatikfehler, schreib Blödsinn.


So einfach klingt das bei Doris Dörrie. Sie animiert Leserinnen und Leser, die Furcht vor dem Schreiben abzulegen. Der Aufbau dieses Buches, dass eine hybride Form zwischen Sachbuch, Ratgeber und prosaischem Text ist, ist einfach: Entlang ihrer Biographie erzählt die Autorin in rund 50 kurzen Kapitel, die manchmal nur zwei Seiten umfassen, Passagen aus ihrem Leben, die sie mit konkreten Aufgabenstellungen an die Rezipient_innen abschließt.

Thematisch wird den Texten dabei keine Grenzen gesetzt: sie schreibt über einen heißgeliebten Rock in ihrer Jugendzeit und einem Kleidchen, dass sie für ihre Tochter kauft, da es sie an ihre eigenen jungen Jahre erinnert. Über Essen aus ihrer Kindheit, das Kennenlernen ihres Ehemanns, ihre Tochter, aber auch über Drogen und andere Substanzen, die eigenen Ängste und(Nicht-)Erinnerungen. Diese kurzen Texte können sowohl als eigenständige Kurzgeschichten, als auch als gesamter autobiographischer Bogen gelesen werden. Die Aufforderungen, einen Stift in die Hand zu nehmen, sind dabei ebenso vielfältig und hängen mit dem zuvor Erzählten zusammen und reichen von ganz basalen Dingen wie Schreib über Brot oder Schreib über dein erstes Kleidungsstück, bin hin zu tiefgehenden Aspekten aus dem eigenen Leben:

Schreib über einen fremden Ort. Wer warst du in der Fremde? Was war dir fremd?
Schreib über das erste Mal. Das erste Mal von irgendwas. „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – Quatsch. Manchmal ist der Anfang, das erste Mal einfach nur Mist, eine Enttäuschung. Ein Alptraum. Manchmal aber ist er tatsächlich verzaubert.

Doris Dörrie schreibt neben der Tatsache, dass man einfach schreiben soll – „Jetzt“ – auch davon, dass die eigene Biographie und die eigenen Erinnerungen ganz wesentlich für das Schreiben sind, da gerade Erlebnisse, die in der Kindheit liegen, häufig sehr präsent und detailreich in unseren Köpfen abgespeichert sind. Kurzweilig und unaufgeregt entsteht so ein Schreib-„Ratgeber“ der etwas anderen Art.

Alexandra Hofer


Wer nach diesem Buch selbst Lust verspürt, den Stift in die Hand zu nehmen und dabei noch von der renommierten Autorin Susan Kreller unterstützt werden möchte, hat im März die Möglichkeit an einer >>>Schreibwerkstatt teilzunehmen, die die Literarischen Kurse in Kooperation mit der STUBE veranstalten.

 

Leben, schreiben, atmen von Doris Dörrie. Diogenes 2019.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Foto: STUBE

Susan Kreller, geb. 1977 in Plauen in Deutschland, studierte Germanistik und Anglistik. Sie erhielt u.a. das Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium, den Hansjörg-Martin-Preis (2013) und Deutschen Jugendliteraturpreis für Schneeriese (2015).


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Veranstaltungs-Tipps

RAURISER LITERATURTAGE:

"Bei den Rauriser Literaturtagen können unterschiedlichste Veranstaltungsformate besucht werden: Lesungen und Gespräche können öffentlich besucht werden. Zusätzlich gibt es Exklusivveranstaltungen für Schulen, mit denen schon der Nachwuchs für Literatur begeistert wird. So bekommen auch Studierende die Möglichkeit, mit den Literaten in Kontakt und in (öffentliche) Diskussion zu treten. Mit den Störlesungen kommen die Literaten, die Hauptakteure der Rauriser Literaturtage, ihrem Publikum besonders nah. Denn es wird in Privathäusern gelesen." (Veranstaltungsbeschreibung)

Die Rauriser Literaturtage bieten eine vielfältige Auseinandersetzungen mit Literatur und verschiedenen Autor_innen wie Angela Lehner, Yasmin Hafedh, Jens Rassmus, Nina Blazon uvm.

 

Dienstag, 25. März bis Samstag, 29. März 2020


Weiter Informationen unter: www.rauriser-literaturtage.at

 

 

Rauriser Literaturtage
25.-29. März 2020

 

 


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Link-Sammlung

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