Literarische Kurse
Fernkurs-Tipps

Hier finden Sie vom Team der Literarischen Kurse zusammengestellte Bücher- und Lesetipps sowie aktuelle Veranstaltungshinweise rund um das derzeitige Fernkursthema:

Ver-rückte Biographien. Mit vier Büchern durch die Welt


Lese-Tipps

Elvira Dones: Hana
Aus dem Italienischen von Adrian Giacomelli.
Zürich: Ink Press 2017.

Elvira Dones wurde 1960 in Durres geboren und wuchs im kommunistischen Albanien auf. Sie studierte in Tirana albanische Literatur und Anglistik. Ihre berufliche Karriere führte sie auch in den Westen, von wo sie eines Tages nicht mehr zurückkehrte und daher in Abwesenheit wegen Landesverrates verurteilt wurde. Ihren zurückgelassenen Sohn durfte sie erst wieder nach Zusammenbruch des Regimes 1992 sehen. Sie hat die Schweizerische und amerikanische Staatsbürgerschaft, schrieb ihre ersten Romane auf Albanisch, nun auf Italienisch, das Tessin ist ihr Lebensmittelpunkt.

Die Heldin Hana im gleichnamigen Roman (2017) wächst im Norden Albaniens, einer kargen Gegend, auf. Da ihre Eltern bei einer Busfahrt zu einer Hochzeit in der Stadt ums Leben kommen und sie Vollwaise wird, nimmt sie der Onkel Gjergj auf, der selber keinen Sohn hat. Die von ihm vorgeschlagene Ehe schlägt sie aus und legt das Gelübde ab, bis ans Lebensende als Mann und jungfräulich zu leben – ein Teil des Ehrenkodex, der im Norden des Landes üblich ist. In der Rolle des Mannes verrückt sich ihr Status. „Sie“ ist Familienoberhaupt, d.h. „sie“ darf Entscheidungen treffen, Land kaufen, sich und die Familie verteidigen, bis hin zum Töten. Diese Rolle ist Hana lieber. „[D]enn der Frau bleibt nur der Gehorsam.“ Und der fällt ihr schwer. Als der Onkel verstirbt, übersiedelt sie in die USA, wo ihre Kusine mit Familie schon lange lebt. Dort erst wird ihr bewusst, wie anders sie ist, und die Geschlechterfrage wird zur wahren Identitätsfrage, als sie einen Mann kennenlernt. Eine feste Konstante spielt die Literatur, die dem Roman eine prosaische Note verleiht.

Der Dokumentarfilm Sworn Virgin (Regie: Laura Bispuri), der auf dem Roman Hana basiert, wurde mit Alba Rohrwacher in der Hauptrolle 2015 bei der Berlinale uraufgeführt und u. a. in New York ausgezeichnet.

Verfasst von Martina Lainer

 


Elvira Dones: Hana.
Aus dem Italienischen von Adrian Giacomelli. Zürich: Ink Press 2017.

 

 


 

 

 

 

Sworn Virgin. Regie Laura Bispuri.
87 Minuten. Italien / Schweiz / Deutschland / Albanien / Kosovo 2015.


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Veranstaltungs-Tipps

GRENZÜBERSCHREITUNGEN ALLER ART: Lesungen und Performances

Dieser Abend bildet den Schlussstrich unter eine Veranstaltungsserie, die ihren Ausgang im Rahmen der 100 Jahre dada-Festivitäten im Vorjahr im legendären Zürcher Cabaret Voltaire mit Erika Achermann und Peter K. Wehrli nahm und die in etwas modifizierter Form zusätzlich mit Bodo Hell in der Alten Schmiede in Wien wiederholt werden konnte.Zugleich bildet sie den Auftakt für 45 Jahre Grazer Autorinnen Autorenversammlung im Jahr 2018.

Unter den lesenden und performenden KünstlerInnen befinden sich: Harald Gsaller, Günther Kaip, Gerhard Jaschke und Gabriele Stöger, Thomas van Stinissen, Christoph Hess und Erika Achermann.

Organisation und Moderation: Gerhard Jaschke

Dienstag, 19.12.2017, 19:30 Uhr
Freier Eintritt

WIEN: Literaturhaus
Seidengasse 13, A-1070 Wien

Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung erhalten Sie hier.

 

45 Jahre Grazer Autorinnen Autorenversammlung

 

 

 

   

FRANZ-NABL-PREIS: Verleihung des Literaturpreises der Stadt Graz

Der alle zwei Jahre vergebene höchstdotierte Literaturpreis der Stadt Graz geht an Dževad Karahasan, der für sein äußerst umfangreiches und vielfältiges Werk ausgezeichnet wird. Neben Theaterstücken, Essays wie z.B. Tagebuch der Aussiedlung (1993) oder Die Schatten der Städte (2010) oder Erzählungen (Berichte aus der dunklen Welt, 2007) entwirft er, so die Begründung der Jury "ein Bild des Balkans, das den Hass, der sich dort entladen hat, nicht leugnet, aber immer wieder Möglichkeiten der Versöhnung und des friedlichen Miteinanders entwirft. Eine Tendenz zur breit angelegten epischen Form, die ein Gespräch zwischen Autor und Leser ermöglicht, zeichnet in besonderer Weise auch die großen Romane des Autors aus. Das Buch Sara und Serafina (2000) und sein 700-Seiten Werk Der Trost des Nachthimmels (2016) wurden nicht zuletzt deshalb vom Feuilleton gefeiert."

Grußworte: Stadtrat Dr. Günter Riegler
Laudatio: Lothar Müller
Musik: Irina Karamarkovic

Montag, 18.12.2017, 19 Uhr
Freier Eintritt

GRAZ: Literaturhaus
Elisabethstrasse 30, A-8010 Graz

Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung erhalten Sie hier.

 

Dževad Karahasan: Das Buch der Gärten - Grenzgänge zwischen Islam und Christentum. Aus dem Bosnischen von Katharina Wolf-Grießhaber. Suhrkamp 2002.

 

Dževad Karahasan: Der Trost des Nachthimmels. Aus dem Bosnischen von Katharina Wolf-Grießhaber. Suhrkamp 2016.

 

 

   

ZUKUNFT / UTOPIE: Arbeit

Im dritten Teil der Reihe Zukunft/Utopie im Literaturhaus am Inn wird sich das Montagsfrühstück dem Bereich der Arbeit widmen. Wie wird Arbeit in zukünftigen Gesellschaften organisiert sein? Können dabei alternative Modelle zur kapitalistisch organisierten Erwerbsarbeit funktionieren? Wie geht man mit zunehmender Automatisierung um und ist diese als Gefahr oder Chance zu begreifen? Können Ideen wie die des Bedingungslosen Grundeinkommens manche der möglichen Probleme der Zukunft lösen? Diese und weitere Fragen wollen wir beim Montagsfrühstück diskutieren.

Gespräch mit Kathrin Röggla (Autorin) und Sascha Liebermann (Professor für Soziologie)

Moderation: David Winkler-Ebner

Montag, 18.12.2017, 9 Uhr
Freier Eintritt

INNSBRUCK: Literaturhaus am Inn
Josef-Hirn-Straße 5, A-6020 Innsbruck

Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung erhalten Sie hier.

 

Kathrin Röggla: Publikumsberatung. Unter Mitarbeit von Leopold von Verschuer. Matthes & Seitz 2011.

 

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Link-Sammlung

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