Literarische Kurse
Fernkurs für Literatur: nachLESEN

Unter dem Thema »nachLESEN« widmen wir uns den Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten, Grenzen und Entgrenzungen von Literatur und bringen persönliche Lektüreerfahrungen in Beziehung zu aktuellen literarischen und literaturtheoretischen Entwicklungen. Entlang von vier verschiedenen Fragen, die uns durch die vier Fernkurs-Module begleiten werden, versuchen wir, Literatur zu »vermessen«:

Die Leseheftautor*innen kommen aus Österreich und Deutschland und sind in ganz unterschiedlichen Bereichen des Literaturbetriebs tätig. Zusammen werden sie Ihnen einen vielseitigen Zugang zu Literatur eröffnen.

Die Überblickshefte Horizonte

Die Überblickshefte Horizonte bieten eine erste Orientierung und bereiten ein literarisches Thema anhand von konkreten Textbeispielen auf. Die Teilnehmer*innen erhalten damit gleichzeitig eine Fülle von Buchtipps für die weitere persönliche Auseinandersetzung.

Die Hefte Lektüre

Im Zentrum der Hefte Lektüre stehen vier literarische Texte, deren genaue Lektüre und intensive Auseinandersetzung die Basis für die Beschäftigung mit den Lektüre-Heften bilden. Letztere beinhalten vielfältige Informationen rund um die ausgewählten Bücher, knüpfen an (persönliche) Leseerfahrungen an und laden ein, die erworbenen Wissens-»Horizonte« exemplarisch anzuwenden.

Die Module

• Modul 1: Wo beginnt Literatur?

In diesem Modul beschäftigen wir uns mit der Frage, (ab) wann ein Text als »literarisch« eingestuft werden kann: Was macht die Literarizität eines Textes aus? Kann ein Satz, ein Wort, ein Buchstabe, ein Laut Literatur sein? Und wer bestimmt eigentlich, was Literatur ist bzw. was wann (unter welchen Bedingungen und in welchen Kontexten) zu Literatur wird? Inwiefern ändern sich unsere Vorstellungen von dem, was Literatur auszeichnet?

Leseheft Horizonte: Brigitte Schwens-Harrant (Literaturkritikerin, Feuilletonchefin der Wochenzeitung DIE FURCHE, Jurymitglied beim Bachmann-Preis, Leiterin diverser Literaturveranstaltungen, Lehrbeauftragte an den Universitäten Innsbruck, Salzburg und Wien, 2015 Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik, www.literatur-religion.net, www.literaturkritik.at)

Leseheft Lektüre: Iris Gassenbauer (Germanistin, Studium der Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst, Fernkurs-Begleiterin der Literarischen Kurse, freie Mitarbeiterin der STUBE – Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur, www.irisgassenbauer.wordpress.com)

 

Fernkurs-Lektüre: »Statusmeldungen« von Stefanie Sargnagel
(Rowohlt 2017, TB: rororo 2018)

Mit »Statusmeldungen« erschienen Stefanie Sargnagels gesammelte Twitter-
meldungen von Juli 2015 bis Februar 2017 in Buchform. Ihrem zeitlichen und medialen Kontext enthoben ergeben die Text-Fragmente in ihrer neuen unmittelbaren Ordnung einen Handlungsrahmen, der einem Roman nicht unähnlich ist. Aber nicht nur durch seine Publikationsform, auch innerhalb der Kurztexte der österreichischen Autorin stellt der Band die Frage, was denn nun das »Literarische« ausmache – und lotet so gekonnt die vermeintlichen Grenzen
von Literatur aus.


• Modul 2: Wie erzählt man ein Leben?

Dieses Modul fokussiert auf das Genre der Biografie: Wie kann ich mich dem Leben einer anderen Person – aus der Retrospektive – schreibend annähern? Welche Erzählmuster und narrativen Strategien können dabei zur Anwendung kommen? Wie viel Recherche, wie viel sprachliches und intersubjektives Feingefühl benötigt ein*e Biograf*in? Kurz gesagt: Wie (er)schreibe ich ein Leben?

Leseheft Horizonte: Alois Prinz (Schriftsteller, Biograf, hat Biografien verfasst zu: Simone de Beauvoir, Martin Luther King, Friedrich Bonhoeffer, Milena Jesenská, Teresa von Avila, Jesus von Nazaret, Joseph Goebbels, Apostel Paulus, Franz Kafka, Ulrike Meinhof, Hermann Hesse, Hannah Arendt und Georg Forster)

Leseheft Lektüre: Iris Gassenbauer (siehe oben)

 

Fernkurs-Lektüre: »Sie ist ein lebendiges Feuer. Das Leben der Milena Jesenská« von Alois Prinz (insel taschenbuch 2019)

Femme fatale der Prager und Wiener Intellektuellenszene, politisch engagierte Journalistin, Widerstandskämpferin im »Dritten Reich« – Milena Jesenská (1896–1944), die durch ihre kurze Beziehung zu Franz Kafka weltbekannt wurde, führte kein konventionelles Leben. In »Sie ist ein lebendiges Feuer« zeichnet der deutsche Autor Alois Prinz die bewegte Biografie der entschlossenen, mutigen Frau nach, lässt sie in Briefen und Artikeln selbst zu Wort und nähert sich so auf vielschichtige Weise einer zu selten beachteten Persönlichkeit an.


• Modul 3: Kann Literatur Geschichte neu schreiben?

Diese Modul widmet sich dem Zusammenwirken von Literatur und Erinnerung(skultur): Welche Bedeutung hat Literatur für das Erinnern von Vergangenem? Welche Rolle spielt sie im kollektiven Gedächtnis unserer Gesellschaft? Inwiefern kann Literatur unsere Welt und unsere(n Blick auf die) Vergangenheit (um)formen und so unser (Verständnis der) Gegenwart bestimmen?

Leseheft Horizonte: Susan Arndt (Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, Professorin für Englische Literaturwissenschaft und Anglophone Literaturen an der Universität Bayreuth, Autorin zahlreicher Sachbücher zu Rassismus, Feminismus und deren Verstrickungen mit Literatur und Sprache)

Leseheft Lektüre: Iris Gassenbauer (siehe oben)

 

Fernkurs-Lektüre: »Adas Raum« von Sharon Dodua Otoo (S. Fischer 2021,
TB erscheint am 26.10.2022 bei Fischer)

Im ersten Roman der deutsch-britischen Autorin Sharon Dodua Otoo bewegen
wir uns zwischen vier Raum-Zeit-Ebenen: Totope im Westafrika des 15. Jahrhunderts, London 1848, das KZ Buchenwald/Mittelbau-Dora während
des Zweiten Weltkrieges und schließlich das Berlin des 21. Jhdt. In jedem Handlungsstrang folgen wir einer Ada, die jedoch nie selbst erzählt. Dies übernehmen verschiedene Gegenstände, die so zu vermeintlich stummen
Zeugen einer komplexen transkontinentalen Geschichte werden.


• Modul 4: Kann Literatur die Zukunft verändern?

Abschließend setzen wir uns mit den Verschränkungen zwischen Literatur und Zukunft auseinander: Welche Zukunftsvisionen werden in literarischen Texten artikuliert und in welcher Beziehung stehen diese zu unserer (zukünftigen) Wirklichkeit? Inwiefern kann Literatur unsere Vorstellungen vom Verhältnis zwischen Mensch – Tier – Pflanze – Technik, dem Menschlichen und dem Nicht- bzw. Mehr-als-Menschlichen transformieren? Inwiefern kann sie (neue) Denkräume eröffnen und so unsere Zukunft (mit) formen? 

Leseheft Horizonte: Julia Grillmayr (Kultur- und Literaturwissenschafterin, Forschungsstelle an der Kunstuniversität Linz, Leiterin des Forschungsprojektes Science Fiction, Fact & Forecast, Lehrbeauftragte an der Universität Wien, Gastvorträge u. a. an der Universität für Angewandte Kunst Wien, der ETH Zürich, der FernUniversität in Hagen und dem SpecSpace der HAW Hamburg, freie Journalistin in Print und Radio, Podcasterin, www.juliagrillmayr.at)

Leseheft Lektüre: Iris Gassenbauer (siehe oben)

 

Fernkurs-Lektüre: »Reise ins Innere der Stadt« von Shaun Tan
(Aladin 2018, Übersetzung v. Eike Schönfeld)

Entlang 25 Erzählungen, die durch großformatige, doppelseitige Illustrationen beschlossen werden, führt uns der australische Autor und Zeichner Shaun Tan durch surreale, futuristisch anmutende Szenarien, die jeweils eine Tierart ins Zentrum rücken. In künstlerischen Bild-Text-Symbiosen erkundet der Band das vielseitige Kaleidoskop der ambivalenten (Spannungs-)Verhältnisse zwischen Mensch und Tier – und imaginiert so neue Formen des Miteinanders.


Einen ersten Einblick in die Themen der vier Kursmodulen finden Sie in unserem ausführlichen Informationsheft, das Sie kostenlos und unverbindlich bei uns bestellen (office@literarischekurse.at) oder >>> hier als PDF downloaden können.