LitKu "naturLESEN" in der Stadtbibliothek Dornbirn

Literarische Kurse im Ländle "naturLESEN" zu Gast in der Stadtbibliothek Dornbirn

Am 22.10.2026 waren die Literarischen Kurse zu Gast in der Stadtbibliothek Dornbirn und machten sich auf, um durch die Literaturgeschichte der Natur zu wandern und in Wäldern, Wüsten und Gewässern nach Naturmotiven zu suchen. Fanden wir die Wildnis inmitten Dornbirns? Ja, und noch mehr …

Kennen Sie die Stadtbibliothek Dornbirn? Ein besonderer Ort, nicht nur wegen seiner reichen Ausstattung, den rund 100.000 Büchern, die in ihrem Bauch lagern, dem Spielraum im Untergeschoss und dem vielen Licht, das von draußen hereinkommt. Aber schon von außen macht sie einiges her, diese Wissenshochburg, die 2018/19 auf einem ehemaligen Trampelpfad so erbaut wurde, dass die Bäume nicht weichen mussten und deren zweischalige Fassade ein sowohl aus 7714 Keramikziegeln bestehender Sonnenschutz als auch Kunstobjekt ist, das an Buchrücken in Regalen erinnert.

Der Besuch der Literarischen Kurse am 23.10.2026 fiel in die bundesweite Initiative „Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek“ und somit auch in die Veranstaltungsreihe „Nimm Platz!“ Was für ein Glück für uns, denn so erwartete uns ein Grüppchen an außergewöhnlichen Sitzgelegenheiten, architektonische Glanzbeispiele aus gleich mehreren Epochen, die als Privatleihgaben aus ihren Stuben in die Bibliothek gewandert waren. So kam es, dass die Teilnehmer*innen des Literaturcafés „naturLESEN“ am Bürgermeisterstuhl, am hölzernen Wintergartenstuhl aus dem Literaturhaus Hohenhems, im bequemen Polstersessel aus der Buchhandlung Rapunzel auf einem ausladenden Thron mit Geheimfach (nein, nicht für Schätze, aber für Nachttöpfe) oder einem Sechziger-Relikt Platz nehmen durften. Gemeinsam imaginierten wir uns mit geschlossenen Augen Naturräume, schipperten durch die Literaturgeschichte der literarischen Naturdarstellungen, wanderten durch die motivische Verankerung von Wäldern, Gebirgen, Wüsten und Gewässern und tauchten zwischendurch immer wieder in die Arbeit am Text selbst. Am Ende kehrten wir erschöpft zurück in die Stadtbibliothek und zu Peter Ladstätter, der den Abend eingefädelt hatte; die Wangen gerötet von der Höhenluft aus Albrecht von Hallers „Die Alpen“ (1729), rußigen Fingern aus Emile Zolas „Germinal“ (1885), mit Blumen in den Haaren aus Joseph von Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“ (1826) und vielen Eindrücken mehr.

Vielen Dank an das Team der Stadtbibliothek für den wunderbaren Abend, der Raum ließ zum gemeinsamen Bewandern literarischer Naturräume zwischen Wind und Wetter, Wald und Garten.

Nein, wir haben keine Bäume umarmt. Wir haben Möwenformationen nachgesehnt und Pappelblättergezitter als Applaus gezählt. Aber eins nach dem anderen.

ig/ig

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