LitKu - Buch des Monats Dezember 2020
Buchkultur. Das internationale Buchmagazin. Wien: 1989-heute.
Von deutschsprachigen Erzähldebüts über sprachliche Rückverzauberungen der Welt bis hin zu essayistischen Gedankenspielen für übermorgen – auch dieses Jahr gestalteten sich die Beiträge der Buchkultur, eines der wichtigsten Literaturmagazine im deutschsprachigen Raum, ebenso vielseitig wie einladend. Nun begrüßt das gut 30-jährige internationale Blatt mit einer neuen Aufmachung: Unter der neuen Geschäftsführung von Max Freudenschuß präsentiert sich das frische, ansprechende Layout sowohl im Online-Bereich als auch im gedruckten Heft. Dieses erscheint sechsmal im Jahr und eröffnet – gemeinsam mit mehreren Sonderheften – unter der neuen Chefredaktion von Jorghi Poll, der gemeinsam mit der neuen Chefin vom Dienst Katia Schwingshandl die inhaltliche Ausrichtung der Buchkultur verantwortet, ein facettenreiches Spektrum an literarischen Themen.
In Essay-Beiträgen, Schriftsteller*innen-Porträts, Interviews und Kolumnen spannen das Redaktionsteam und seine Autor*innen einen Bogen, der in diesem außergewöhnlichen Jahr von historischen Wirklichkeiten über künstliche Intelligenzen bis hin zu globalen Krisen in der Literatur reichte. Und auch der neue Roman des iranischen Schriftstellers Shahriar Mandanipur – der Autor der ersten Fernkurs-Lektüre in unserem aktuellen Fernkurs >>> ausLESEN – wurde ausführlich besprochen (Heft 2/2020, S. 24-25). Darüber hinaus bieten die zahlreichen prägnanten Rezensionen den Leser*innen eine umfassende Unterstützung bei der Lektüreauswahl, informieren über aktuelle Trends am Buchmarkt und unterziehen ältere bzw. bekannte Texte einer zeitgemäßen Relektüre. Und: Einmal im Jahr widmet sich die Buchkultur im kostenlosen Sonderheft spezial der Vielfalt der österreichischen Buchwelt. Dieses Jahr besprach das 32-seitige Themenheft, das jeden Herbst in über 100 österreichischen Buchhandlungen aufliegt und auf der Buchkultur-Homepage als >>> PDF zur Verfügung steht, die Neuerscheinungen von Autor*innen wie Monika Helfer, Stefan Slupetzky oder Leander Fischer.
Erhältlich ist die Buchkultur im Abo ebenso wie als Einzelexemplar im Buchhandel. Und für alle, die lieber digital unterwegs sind, kann das Magazin mittlerweile auch in der schön und übersichtlich gestalteten Buchkultur-App gelesen werden. (Dort können praktischer Weise auch die letzten Ausgaben dieses Jahres noch nachträglich gekauft werden.) So oder so fühlt man sich gut aufgehoben in der Buchkultur. Äußerst charmant zeigt sich das neue Team auch in der originellen Vorstellung seiner Mitarbeiter*innen: Am Ende der ersten Ausgabe im neuen Gewand (Heft 5/2020) „trifft“ man sich als Leser*in – wie könnte es in Wien anders sein – mit der Buchkultur-Redaktion am Kaffeetisch.
Diese sympathische Simulation einer persönlichen Begegnung erhält in diesem Jahr natürlich eine besondere Note. 2020 hat nicht nur die Buchbranche vor ganz neue Herausforderungen gestellt: Veranstaltungen wurden abgesagt oder in den virtuellen Raum verschoben; Bücher erschienen später als geplant oder wurden überhaupt auf das nächste Jahr verlegt; Buchhandlungen mussten über weite Strecken ihren Verkauf online und per Postversand abwickeln; und auch die Arbeit „hinter den Kulissen“ der Literaturszene musste häufig per Distanz erledigt werden. Im Angesicht dieser Entwicklungen zeigen sich die Buchkultur-Herausgeber Michael Schnepf und Nils Jensen in ihrem Editorial vom 20. August 2020 dennoch voller Zuversicht:
Wir möchten uns, bei aller angebrachten Demut, nicht verstecken, möchten das, was auch in Zukunft Bestandteil des Lebens vieler Menschen sein wird, nämlich das Lesen von Büchern, weiterhin in den Mittelpunkt […] stellen.
Dem schließen wir uns gerne an!
Claudia Sackl
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